Ein neuer Stern im Karlsruher Gastrountergrund

Für ausgewählte Gäste eröffnete Mitte März erstmals das Untergrundrestaurant der Gastro Guerilla, um schon am selbigen Abend die Tore der geheimen Location auch wieder zu schließen. Gastgeber aus dem studentischen Gastrountergrund, sieben anonyme Gäste, vier Gänge, ein umfunktioniertes Zimmer und wir als exklusive Berichterstatter mittendrin.

Rucola und gereifter Parmaschinken mit Antipasti an einer Sauce Vinaigrette

Ihre erste Schlacht schlugen die ambitionierten Guerillaköche auf einem Nebenkriegsschauplatz. Gezielt legten Sie ihr Augenmerk auf die raffinierten Saucenvarianten, die zu den Gängen gereicht wurden. Denn auch wenn das Auge meist Teile des Tellers fixiert, die im Mittelpunkt des Gerichts stehen, so ist des doch die Sauce, die alle Komponente miteinander verbindet und das Geschmackserlebnis abrundet. Im Laufe des Abends reichten die Köche Vinaigrette, Pesto, Demi Glace und Fruchtsoße, wobei diese nicht nur in erstklassiger Ausführung serviert, sondern auch stets kommentiert und mit Zubereitungshinweisen versehen wurden. So vermittelten die Schöpfer der Gerichte nicht nur den puren Genuss an hochwertigen Speisen, sondern schafften es auch eine Wertschätzung für teils aufwendige Herstellungsmethoden und ausgezeichneten Qualitäten der Grundprodukte bei den Gästen zu erzeugen.

Natürlich sind die Produkte sehr wichtig, am bedeutendsten jedoch empfinde ich das Würzen, sowie die richtigen Garzeiten. Auch wenn du den besten Fisch am Markt kaufst – hat man ihn zu lange im Rohr, ist er ebenfalls ungenießbar.                                                                                                             Paul Bocuse

Ausschnitt aus der Menu- und Weinkarte

Panna Cotta mit Fruchtsoße, Melissensirup, Mangostreifen und Karamellgitter

In Anbetracht der stets leeren Teller und Weingläser, sowie der glücklichen Gesichter im Gästeraum, lässt sich wohl sagen, dass die Gastgeber/Köche in ihrer 3-stündigen Küchenschlacht, eine rundum hervorragende Leistung vollbracht haben. Die abwechslungsreichen Gänge überzeugten, auch wenn die „Beilagen“ den Saucen manchmal die Show stahlen. So waren die auf einem Kartoffelbrei (göttlich) platzierte Tranchen von der Flugentenbrust noch voll des eigenen Saftes, dass man die Demi-Glace (trotz langwieriger Zubereitung und perfektem Geschmack) nur schwerlich in den Mittelpunkt rücken konnte. Doch jammern wir hier nicht auf hohem Niveau. Die zwei Jungs in der Küche haben ihr Bestes gegeben und bei weiteren Flaschen Wein ihre Gastgeber und Unterhalterqualitäten bravourös unter Beweis gestellt. Hoffen wir alle auf ein Comeback an gleicher Stelle, zu anderer Zeit.

Völlig im Genuss schwelgend, haben wir es leider versäumt Bilder von allen Gängen oder dem optisch ansprechenden Aperitif (Trollinger-Cocktail) anzufertigen.  Weitere Bilder findet ihr dennoch in der Diashow.

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