Kohlkunde: Wunder- bare Winterkugeln

Vielleicht hat es der ein oder andere schon bemerkt – es wird Winter. Ebenso mag so mancher bemerkt haben, dass im Garten keine Tomaten und Paprika mehr wachsen. Im Lebensmittelmarkt nebenan, wo immer alles verfügbar sein muss, kommt das meiste Gemüse nun aus den Mittelmeerländern, vorzugweise Spanien. Wer darauf verzichten möchte und auf regionale, saisonale Kost setzt, kommt in den kommenden Monaten nicht um den Kohl herum. Weiteres Wintergemüse wie z.B. die wiederentdeckte Pastinake ist von Anna Friedhoff im Metro Genussblog beschrieben.

Der Kohl sticht die Orange beim Vitamin C Gehalt locker aus!

Speziell der Kohl ist sicher kein langweiliges Wintergemüse, er ist vielseitig und sortenreich, ohne viel Aufwand verwendbar, gesund und zudem noch extrem günstig zu haben. Warum der Kohl nicht der Star unter den Gemüsen ist, bleibt ein Rätsel. Wir stellen euch die bei uns geläufigen Sorten vor, gespickt mit wissenswerten Informationen und Rezeptvorschlägen. Einfach durch die Bilder klicken.

 

Wissenswertes über die Kohlfamilie

Verschiedene wilde Kohlsorten. Portugiesischer Kohl/Couve Galega, Helgoländer Wildkohl und der Lippische Braunkohl. (Quelle: http://exoten.dyndns.org)

Verschiedene wilde Kohlsorten. Portugiesischer Kohl/Couve Galega, Helgoländer Wildkohl und der Lippische Braunkohl. (Quelle: http://exoten.dyndns.org)

Übrigens, Kohl ist eigentlich eine zweijährige Pflanze, weshalb im erste Jahr bei den Kopfkohlsorten nur eine groß dimensionierte Endknospe wächst. Diese würde im zweiten Jahr austreiben und blühen. Blöd für den Kohl, dass er vorher in unserem Rachen landet. Ausnahmen bilden hier Blumenkohl, Brokkoli und Romanesco welche schon im ersten Jahr einen abnormen, nicht voll entwickelten Blütenstand bilden, der gegessen wird. Am ehesten kann man die kleinen Knospen der Blüten noch beim Brokkoli erkennen.

Weitere Verwandte der von Menschen kultivierten Kohlsorten (Brassica oleracea) sind Kohlrabi, Pak Choi, Chinakohl, Rettich, Radieschen, Senf und verschiedene Rüben. Die ursprünglichen Wildformen findet man heute entlang der Atlantik- und Mittelmeerküste. Im Gegensatz zu den hier aufgeführten Kohlsorten, wächst der wilde Kohl eher strauchig und mit großen, fleischigen, offenen Blättern. Wer z.B. eine traditionelle portugiesische Kohlsuppe „Caldo Verde“ bereiten will, kommt am Wildkohl nicht vorbei. Ein gutes Rezept hierfür findet sich im portugiesischen Küchenblog von Margaret.

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