Mehr als Köttbullar – Schweden Teil1

Elch_KopfKnäckebrot und Köttbullar (sprich: Chöttbullahr) von IKEA für 2,50€, das ist es was wir Deutschen aus der schwedischen Küche kennen. Doch es gibt kulinarische mehr zu erleben im Land der Elche. Während meines fast dreiwöchigen Urlaubs im Norden hat die kulinarische Seite eine wichtige Rolle gespielt. Wie immer im Urlaub möchte ich nicht nur an der Oberfläche eines Landes kratzten. Vielmehr versuche ich mich auf Menschen, Kultur, Sprache und eben auch die typische Küche einzulassen. So nimmt man stets mehr mit aus einem Urlaub als Souvenirs und Fotos an bekannten Orten. Grundlegendes zur schwedischen Küche findet ihr in diesem Beitrag, während ich im kommenden zweiten Teil auf spezielle, schwedische Gerichte eingehen.

Kernkompetenzen

Schwein SchwedenGenerell sind die Schweden große Esser mit einer sehr abwechslungsreichen Küche. Zwar bieten natürlich auch die Supermärkte in Schweden heutzutage ein reichhaltiges Angebot aus der ganzen Welt, doch man hat das Gefühl die Schweden wissen was Traditionen sind und was aus der heimischen Küche kommt. So dominieren fisk, kött (viel gris), potatis als Beilage, dill und lingon viele Gerichte, wobei das meiste was gekocht wird als husmanskost verstanden wird. Soll heißen die Schweden essen gerne Hausmannskost bestehend aus Fisch, Fleisch (viel Schwein), Kartoffeln, Dill und für die süße Komponente oft Preiselbeeren oder Moltebeeren.

Kulinarische Kultur

Eine gute Esskultur steht meist auf einem soliden Fundament. Für die Schweden ist dieses der Kaffee. So sollte mindestens ein starker Kaffee zum Frühstück und einer zum nachmittäglichen fika sein. Dem fika widmen wir unten einen extra Abschnitt. Am Morgen gibt es zum Kaffee ein Müsli mit fil, einer speziellen, säuerlich schmeckenden Dickmilch. Neben vollwertigen Mittag- und Abendspeisen, die wir in Teil 2 dieses Schwedenspecials zeigen, wird im Laufe des Tages oft auch nur ein kleiner Snack gegessen. Dies können belegte Brote (Smörgås) sein oder ein Hot Dog (grillad korv), die es an vielen kleinen Ständen für wenig Geld zu kaufen gibt. Geschmacklich sind diese den IKEA-Hot Dogs sehr nahe. Allgegenwärtig sind auch Salzgurken und Süßigkeiten. Erstere machen einem pur gegessen vor lauter Salz keine Freude, letztere pur natürlich umso mehr. Ausladende Regale, versehen mit kleinen Schäufelchen um sich seine Lieblingszusammenstellung an süßen Leckereien selbst zu basteln sind fast überall zu finden. Es wundert mich stets, dass Karies und Fettleibigkeit in Schweden keine Volkskrankheit sind.

Kaffee & Kuchen

So viel Zeit muss immer sein – das vorher erwähnte fika ist eine Institution in Schweden (-> mehr als nur Kaffee trinken). Menschen treffen, einen guten Kaffee trinken, sich ein Stück Kuchen gönnen und einen Moment vom täglichen Wahnsinn pausieren. Ein soziales Event in lockerer Atmosphäre ohne Zwänge, so wird das fika oft beschrieben und so lieben es die Schweden. Während die meisten Schweden eine Zimtschnecken, Kanelbulle genannt bevorzugen, setzte ich eher auf Morotskaka. Ein Karottenkuchen mit einer Puderzucker-Butterglasur. Unglaublich saftig-süß und meine Kuchenentdeckung des Urlaubs. Das Backrezept findet ihr auch hier auf dem Blog.

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