Weinmesse – Rendezvino 2014

Nun zum zweiten Mal besuchen wir die Weinmesse Rendezvino in Karlsruhe und berichten euch von unseren Erfahrungen. An ca. 40-50 Ständen war es möglich sich durch das Sortiment der jeweiligen Weingüter zu trinken. Nach dem letztjährigen Umtrunk konnten gewisse Weingüter, die es verpasst haben mich zu überzeugen, schon vorweg dezent ausgeschlossen und ein Augenmerk auf Neulinge sowie alte Bekannte gelegt werden. Thematisch blieb ich mit wenigen Ausreißern beim Spätburgunder.

Die Spätburgunder – keine Überraschungen

Wie zu erwarten, konnten keine richtig erstklassige Spätburgunder getrunken werden, aber dennoch einige sehr gut trinkbare Exemplare. Die besten Spätburgunder kamen von Heitlinger bzw. Burg Ravensburg aus Baden und Fritz Walter aus der Pfalz. Das Ravensburger Löchle 2012 (22,50 €) war hierbei schon sehr geschmeidig, wenn auch noch jung, aromatisch, wenn gleich auch für meinen Geschmack zu sehr von Holz dominiert. Der etwas günstigere Heitlinger Spätburgunder 2011 (9,80 €) war sauber, zeigte aber ein paar etwas unangenehme, unstimmige Säurespitzen. Fritz Walter zeigte einen sehr intensiv-fruchtbetonten Stil seiner Weine, der vor allem in der Nase seiner Weißweine deutlich wurde. Auch sein junger Spätburgunder, Jahrgang 2013 (8,80 €) brachte eine frische, rotbeerige Nase und war auch im Mund eher etwas kühler, fruchtiger und filigraner gehalten. Zwei weiteren soliden Spätburgunder fanden wir beim Weinhaus Schneiderfritz (15 €) sowie bei Robert Schätzle auf Schloss Neuweiler (8,50€). Danach wurde es etwas mau. Weder das Staatsweingut Karlsruhe-Durlach, noch die Winzergenossenschaft Weingarten konnten überzeugende Spätburgunder ins Glas bringen. Weingartens Spätburgunder aus alten Reben (8,69 €) war in Ordnung, hatte aber einen etwas dropsig-kirschigen Charakter.  Der Spätburgunder 2011 aus dem Barrique des Staatsweinguts brachte leider einfach zu wenig Unterbau mit um von seiner Fasslagerung zu profitieren.

Weitere gute Weine

Die Weine die wir sonst noch probierten, waren gezielt ausgesuchte Weine von den Weingütern Heitlinger/Ravensburger, Fritz Walter und Gratl aus dem Südburgenland. So konnten wir uns wieder von der guten Qualität des Dicken Franz (22,50 €) überzeugen. Hierbei handelt es sich nicht um einen schwergewichtigen Winzer, sondern um den Vorzeigelemberger des Weinguts. Die Erste Lage nach neuer VDP-Klassifikation zeigt schon sehr viel Tiefe und ist sehr ausgewogen zwischen dunkler Frucht, Trockenfrüchten und würzigen Aromen. Die Lemberger vom Weingut Gratl aus dem Südburgenland konnten mit dem dicken Franz nicht ganz mithalten, möchte man mit dem Blaufränkisch (weitere Bezeichnung für den Lemberger) „Simply Red II“ (9,90 €) auch nicht, der eher in die Richtung eines fruchtbetonten und leicht zu trinkenden Weines ohne Fassausbau geht.

Fritz Walter nochmals in der Breite

Zuletzt kam nochmals das breite Sortiment vom Weingut Fritz Walter zum Zug. Ein wunderbar feinwürziger Merlot 2013 (9,80 €) fand den Weg ins Glas und überzeugte mit frischer, dunkler Frucht und einer intensiven Note nach grüner Paprika. Wer grüne Merlot mag, wird hiermit sicher glücklich. Der Sauvignon Blanc des Weinguts war leider viel zu monströs, wuchtig und blieb eher negativ in Erinnerung. Ein erstklassiger Wermutstropfen dafür fand sich dann im Grauburgunder Edition S (12,50 €). Seine duftige Fruchtnase kombiniert mit einer klaren Frische am Gaumen, machen diesen Wein zu einem 1A Sommerwein für 2014. Auch die Veranstalter der Berlinale 2014 hatten wohl Gefallen an diesem Grauburgunder gefunden und machten ihn zu einem offiziellen Berlinale-Wein 2014.

Advertisements