Dönertest Karlsruhe 2015

Wir probierten elf Döner und sagen euch wo es den besten Fladen in Karlsruhe gibt.

Karlsruhes Dönervielfalt

Glauben wir dem Bewertungsportal yelp, finden sich im Stadtbereich von Karlsruhe ungefähr 50 Dönerläden und somit 50 verschiedene Döner. Eine nicht zu überblickende Anzahl die ein breites Spektrum an Qualitäten bietet und unterschiedliche Zielgruppen anspricht. Da haben wir die Läden mit Geflügel-, andere mit Kalbfleisch, es gibt traditionelle, gesteckte Spieße (mittlerweile oft als Yaprak Döner bezeichnet) und solche aus überwiegend Hackfleisch (Drehspieß nach Döner-Art). Der eine backt Brötchen stets frisch, die anderen backen vor oder nutzen fertige Fladen. Mal vermisst man eine würzige Soße, um nach dem nächsten Dönerbesuch die Einwirkzeit für das Mundwasser in die Höhe zu schrauben, nur um den Ausdünstungen irgendwie Einhalt zu gebieten. Die einen führen schöne Restaurants in denen sanfte, orientalische Klänge das gemütliche Ambiente erfüllen, während die Gäste zu Abend essen. Die anderen schmeißen ihren kleinen, ranzigen Imbiss, der primär volltrunkene Jugendliche satt macht, die den Döner eine Stunde später sowieso wieder ausbrechen.

Jede Zielgruppe hat ihren Döner – unser erklärtes Ziel: Wir wollen den besten Döner der Stadt ausfindig machen – unabhängig, objektiv, fokussiert auf Kulinarik und das Drumherum.

Wie wurde getestet?

Mit einer kleinen Gruppe von Guerilla Testern besuchen wir von euch online vorgeschlagene Dönerläden. Bewertet wird jeder einzelne Bestandteil des Döners (Fleisch, Gemüse, Brot, Soße, Optik, Komposition) sowie Ambiente, Sauberkeit und die Freundlichkeit des Personals mit maximal 15 Punkten. Hieraus bilden wir einen objektiven Mittelwert. Dieser wird mit einem subjektiven Wert verrechnet, den jeder Tester für sich selbst festlegen kann und welcher deren persönliches Empfinden wiederspiegelt. Die Wertung ist natürlich nur eine Momentaufnahme und spiegelt die Meinung der Testgruppe wieder (mindestens 4 Personen). Detaillierte Ergebnisse gibt es auf Anfrage bei uns.

Elf Döner haben wir bisher getestet und wir präsentieren euch die TOP 3 und zumindest einen kurzen Testbericht zu allen weiteren besuchten Dönerläden.


Die Top 3

PLATZ 1
Kolo (Ø 12,0/15 Pkt)

Amalienstraße 51

Fleischart: Hackspieß nach Döner Art aus Kalbfleisch
Gemüse: Salat, Tomate, Zwiebel

Auf den ersten Blick gewann der Kolo Döner direkt die Kategorie Fladenumfang. Ein riesiges flaches Fladenbrot, knusprig gebacken und stabil war der Rahmen für das gut gewürzte Fleisch vom (leider nur) Hackfleischspieß und die konservative Gemüsezusammenstellung aus Salat, Tomate und Zwiebeln. Die Soße war wohldosiert und eher neutral-säuerlich. Definitiv einer der besten Döner in Karlsruhe. Das freundliche, weibliche Personal und das Ambiente (Fernseher stört eventuell etwas) taten ihr Übriges um für eine insgesamt hohe Wertung zu sorgen. Der Döner war einfach schön rund (Wortspielalarm) und hat in keiner Wertungskategorie Punkte verspielt.

PLATZ 2
Piro (Ø 11,7/15 Pkt)

Kaiserstraße 164

Fleischart: Kalbfleisch überwiegend in Scheiben
Gemüse: Salat, Tomate, Zwiebel, Petersilie

Das Piro, Karlsruhe als Dönerbude zu bezeichnen wäre reichlich frech. Das Restaurant bietet ein erstklassiges Ambiente, tollen Service und reichlich Tische. So ausladend die Räumlichkeit, so schlicht der Döner. Im knusprigen Fladen findet sich nur das Nötigste. Gut gegrilltes, würziges Kalbfleisch, Gemüse (primär Salat) und eine säuerlich-frische Soße. Alles gleichmäßig über den recht großen Fladen verteilt, so dass das Verhältnis der Komponenten überall sehr gut ist. Ein schlichtes Exemplar eines Döners, aber gerade deshalb so erfrischend klassisch (fast schon ein Oxymoron) und gut.

PLATZ 3
Kral Döner & Pizza Haus (Ø 11,6/15 Pkt)

Fritz-Erler-Str. 21

Fleischart: Scheibendöner aus 50% Puten- und 50% Hühnerfleisch
Gemüse: Salat, Weißkraut, Rotkraut, Zwiebel, Tomate, Petersilie

Das Kral hat überzeugt mit einer extrem freundlichen Atmosphäre, einer exzellenten Frische der Zutaten und einem hervorragenden Fladenbrot. Letzteres wird auf Bestellung frisch gebacken. So wartet man zwar etwas länger auf sein Essen, bereut es aber nicht. Abzüge gab es letztlich für die teilweise schlechte Komposition des Döners. So fanden manche Tester auf Teilen ihres Fladens nur Soße vor und waren auch in Betrachtung der Menge etwas unterbestückt. Bei einem Preis leicht über dem Standard machte dies doppelt unglücklich. Das Geflügelfleisch war sehr gut und stets kross gebacken, führte aber selbstverständlich zu einer Grundsatzdiskussion Kalb versus Huhn.


Kritiken zu den restlichen Dönern

Yuff..ka
Erbprinzenstraße 40

Fleischart: Hackspieß aus 80% Kalb- und 5% Putenfleisch
Gemüse: Salat, Rotkraut, Zwiebel, Tomate

Den absoluten Tiefpreisdöner gibt es bei Yuff..ka. In schlichtem (was manchem auch gut gefiel) und leider etwas schmutzigem (gut besuchtem) Ambiente legt man den Fokus auf die Speisung von Massen – Und das schmeckt auch noch erstaunlich gut! Der Döner ist zwar sehr klein und inhaltlich ebenfalls reduziert, aber bei einem Preis von 2,50€ fühlt man sich trotzdem gut versorgt. Dass der Preis im subjektiven Empfinden eine entscheidende Rolle spielt, zeigt hier eindeutig der Unterscheid zwischen den subjektiven Testerurteilen und der objektiven Gesamtwertung (10,3 und 8,6). Weiterhin bemerkten die Tester positiv den ordnungsgemäßen, intensiven Zwiebeleinsatz. Viele andere Döner scheinen hier mittlerweile zu sparen oder die Zwiebeln haben nach einer Weile an Theke nicht mehr das nötige Aroma.

Iskender Grillhaus
Kaiserstraße 160

Fleischart: Hackspieß aus 50% Rind-, 30% Kalb- und 10% Putenfleisch
Gemüse: Salat, Weißkraut, Rotkraut, Tomate, Zwiebel, Karotte

Der Döner im Iskender schmeckt sehr natürlich befand ein Teil der Testrunde – fad wäre er gewesen, behaupten hingegen andere. Tatsächlich ist der Döner im Iskender dominiert von der säuerlichen Frische der Joghurtsoße und knackigem Gemüse (unter anderem Karotte – ein Novum, aber warum nicht). Gewürze sind nur dezent zu schmecken. Das Iskender also ein Spalter? Ja, auch vom modernen, klaren und sauberen Ambiente sind viele angetan, andere jedoch wieder nicht. Nur in einem Punkt sind alle einig: Das Fleisch ist leider zu wenig gegrillt und so wird die Hackmasse zu einem grauen Teig, den auch der gute Fladen nicht wettmachen kann.

Mastar Pizza & Döner Haus
Karlsstraße 95

Fleischart: Hackspieß aus Kalbfleisch
Gemüse: Salat, Weißkraut, Rotkraut, (Zwiebel), Tomate, Gurke

Im Vergleich zum Iskender war das Fleisch im Mastar etwas besser (was soviel bedeutet wie: Es war braun gebrutzelt) und das Gemüse ebenso gut und frisch. Leider erreichte das Mastar in allen anderen Teilwertungen maximal Durchschnittswertungen. Die Zwiebeln wurden trotz Bestellung „mit allem“ schmerzlich vermisst, Brötchen und Soße überzeugten nicht. Hinzu kamen ein etwas buntes Ambiente, inklusive lautem Fernseher sowie der Service, dem ein Lächeln und nette Worte nur schwer über die Lippen gingen.

Kani Grillhaus
Kaiserstraße 16

Fleischart: Hackspieß aus Kalbfleisch oder Hühnerfleisch
Gemüse: Salat, Weißkraut, Zwiebel, Tomate

Eine der ersten Anlaufstellen für die Studenten am KIT ist das Kani. Der große Umsatz hat natürlich seinen Preis und so hat es in unserem Test nicht für die Top 3 gereicht. Das Fleisch war zu wenig gegrillt und die Zutaten nicht optimal im Fladen verteilt. Zudem bevorzugte unsere Testgruppe eher knusprige Fladen und Kanis hatte eher die Anmutung eines großen, luftigen Brötchens. Die große Auslastung an unserem Testabend sorgte natürlich für einen unpersönlicheren Service als in kleineren Restaurants. Kein schlechter Döner, aber nicht gut genug für die anspruchsvollen Gaumen der Tester.

Karlsruher Kebab Haus
Lammstraße 12

Fleischart: Kalbfleisch und Hühnerfleischspieß
Gemüse: Salat, Tomate, Zwiebel, Rotkraut

Spontan testeten wir das zentral in Karlsruhe gelegenen Kebab Haus und wurden durchaus positiv überrascht. Wir bestellten alle Kalbfleisch, fanden letztlich aber auch ohne weitere Erklärung Hühnerfleisch auf unseren Dönern. Der Kalbspieß war wohl aus. Das Gemüse war sehr grob und rustikal geschnitten, die Soße zurückgenommen, so dass der Geschmack primär von Fleisch und Zwiebeln dominiert wurde. Bei anderen Dönern hatte wir oft das Gefühl, man hat den Zwiebeleinsatz mittlerweile drastisch reduziert – hier nicht, sehr gut. Das Personal war sehr zuvorkommend und am Ende des Essens gab es sogar noch einen Tee aufs Haus.

Mevlana
Kriegstraße 224

Fleischart: Hühnerfleisch
Gemüse: Salat, Tomate, Zwiebel

Etwas außerhalb der Innenstadt liegt das Mevlana, Karlsruhe, was in vielen Wertungsportalen hoch gehandelt wird. Leider müssen wir dieses Restaurant etwas auf den Boden der Realität zurückholen. Zunächst ein sehr sauberer, moderner und aufgeräumter Laden mit extrem freundlichem Personal. Der Döner war mit einen leckeren Soße versehen, Gemüse war knackig und frisch. Das Fleisch war okay, ebenso wie die Zusammenstellung des Döners und die Optik. Tiefpunkt war leider einfach ein penetranter Kanalisationsgeruch, der sich nach einer Weile durchs Restaurant zog und nicht gerade förderlich für das Empfinden der Tester war (wahrscheinlich ein ungünstiges einmaliges Ereignis).

Euphrat
Hirschstraße 28

Fleischart: Scheibendöner aus Kalbfleisch (weiterer Spieß mit Hühnchen)
Gemüse: Salat, Rotkraut, Zwiebel, Tomate

Das Euphrat, Karlsruhe ist in Karlsruhe wohl fast schon eine Dönerlegende und in den Gassen der Stadt heißt es, der beste Dönerspieß kommt aus dem kleinen Laden in der Hirschstraße. Ob der Döner dem guten Ruf gerecht werden kann? Nicht ganz. Das Fleisch war sehr gut, alle andere Wertungen hatten wir schon besser gesehen. Die Soße und der gesamte Döner waren etwas tröge, die Optik nicht optimal und es hätte auch etwas mehr in die Brötchen gepasst. Gewiss keine Enttäuschung, aber auch nicht die Karlsruher Spitzenklasse.

Karthago
Durlacher Allee 6

Fleischart: Scheibendöner aus 50% Puten- und 50% Hühnerfleisch
Gemüse: Salat, Rotkraut, Gurke, Zwiebel, Tomate, Paprika, Peperoni

Mit großem Hunger hatten wir das Kathargo, Karlsruhe in Uninähe betreten und voller Genuss den ersten Biss genossen. Würzig und saftig war dieser. Ebenso der zweite Biss. Dann die Wende. Mit jedem weiteren Biss wird der Döner schlechter. Alles wirkte überwürzt, das Fleisch matschig und die Soße zu fettig. Das knusprige, frisch gebackene Brötchen leidet schnell unter der Menge des Inhalts. Denn die Portion ist riesig, vor allem mit viel Gemüse versehen (positiv). Doch was nutzt einem die größte Portion, wenn man sie nicht komplett essen kann. Wer sich für das Kathago entscheidet, dem sei die Pizza empfohlen.

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